Was sind Diäten?

Diäten sind grundsätzlich erstmal nur „Nahrungspläne”, in unserem Zusammenhang sind Diäten aber grundsätzlich als Diäten zur Gewichtsreduktion zu verstehen. Die Nahrungsaufnahme wird entsprechend reduziert, je nach Diät werden bestimmte Lebensmittel ausgetauscht oder die gesamte Nahrungsaufnahme verringert. Außerdem kann die erwünschte Gewichtsreduktion durch zahlreiche Mittel ersetzt oder ergänzt werden. Diäten werden meist für einen bestimmten Zeitraum geplant, bis es zu der gewünschten und versprochenen Gewichtsreduktion gekommen ist. Bisher gibt es kein Mittel oder Rezept, das Gewicht niedrig zu halten, wenn man wieder zu einer normalen Ernährung übergeht.
Diäten gibt es zahlreiche, die meisten dicken Menschen haben jahrelang Diäten ausprobiert und dabei eins auf jeden Fall erreicht – sie haben ihren eigenen Stoffwechsel mindestens aus der Ordnung gebracht, wenn sie ihn nicht sogar in gänzliche Unordnung gebracht haben.
Gestörtes Eßverhalten durch Diäten
Diäten verursachen durch die künstliche Steuerung der Nahrungsaufnahme oft sehr starke Probleme im Eßverhalten. Nach einem kurzen oder auch längeren Zeitraum der „Beherrschung und Disziplin”, entwickelt sich Heißhunger auf „verbotene Nahrung” und im Zweifel auch Freßanfälle, die bis zu einer Eßsucht führen können. Die Erkenntnis über diese Probleme sind an sich nicht neu.
Feldversuch gab darüber schon 1944 Auskunft. Am Ende des zweiten Weltkrieges, als in Europa und vielen anderen Teilen der Welt die Nahrung knapp war, wollte man genauer wissen, welche Folgen das Hungern hat. 1944 nahmen 36 junge, gesunde Männer in Minnesota (USA), statt in den Krieg zu ziehen, an einem Experiment teil. Für drei Monate erhielten sie eine normale, sättigende Kost. Dann folgte eine sechs-monatige Hungerphase, in der ihre Ration halbiert wurde. Anschließend gab es noch einmal drei Monate lang ausreichend zu essen. Diese Studie ließ damals schon erahnen, welche Probleme später durch die Diäten auf uns zukommen würden. Denn sie zeigte, daß Kalorienrechnen keinen Sinn hat, da der Körper versucht, dem drohenden Gewichtsverlust entgegenzuwirken. So kam es, daß die Versuchspersonen im Durchschnitt nur etwa halb soviel abnahmen, wie rein rechnerisch aufgrund der „Kalorieneinsparung” zu erwarten gewesen wäre. Es lag daran, daß ihr Grundumsatz bis zu 40 Prozent reduziert war, und daß sie ihre körperliche Aktivitäten verringert hatten. Aber auch die Eßgewohnheiten der Teilnehmer veränderten sich: Sie sprachen ständig übers Essen, das zum zentralen Lebensinhalt wurde. Sie litten unter Konzentrationsstörungen, ihr sexuelles Interesse sank, Depressionen und Stimmungsschwankungen peinigten sie – alles Dinge, die wir heute von Diätgeschädigten kennen. Die Sättigungsregulation der „Testhungerer” war gestört, zum Teil so nachhaltig, daß die Probleme auch nach Versuchsende nicht verschwanden: Es kam zu Heißhungeranfällen, es fiel ihnen schwer, mit dem Essen aufzuhören, das Sättigungsempfinden war geschwächt und trat nur zögernd ein.
Obwohl mit diesem Experiment schon früh erkannt wurde, daß sich das Gewicht eben nicht einfach durch Kalorienzählen regulieren läßt, hat sich diese Erkenntnis leider nicht durchgesetzt, sondern wurde fast komplett verschwiegen.

