Der Partner aus dem Internet
Eine weitere Möglichkeit kann die gezielte Suche von Männern, die dicke Frauen begehren, übers Internet sein. Dort gibt es mittlerweile zahlreiche Angebote, bei denen Sie wahlweise die Anzeigen der Männer studieren können oder selbst eine Anzeige aufgeben können. Wir haben einige Seiten in der Linkliste zusammengestellt, die speziell für dicke Menschen Partnersuche anbieten – in den allermeisten Fällen übrigens kostenlos.
Nutzen Sie für die eigene Anzeigenschaltung eine Mailadresse, die Sie nicht für Ihren täglichen Mailverkehr nutzen. Die Mailadresse wird im Internet öffentlich, entsprechend mehr Spams können Sie bekommen. Außerdem sind unter den vielen Zuschriften auch meist Angebote, die grenzwertig sind und bei denen sie gar nicht wollen, dass der Mensch mit Ihnen in näheren Kontakt tritt. Also – ab in den Papierkorb damit. Im Notfall können Sie die ganze Mailadresse löschen.
Was allerdings die Mails maßgeblich erhöht, ist ein Foto. Natürlich müssen Sie auch hier überlegen, inwieweit Sie Ihr Bild öffentlich machen wollen. Es könnte auch Ihr Chef einsehen, oder Ihre Mutter. Aber, was ist daran schlimm, wenn man einen Partner sucht?
Haben Sie nun erfolgversprechende Mail erhalten, geht der übliche Weg des näheren Kennenlernens los. Wahlweise mailen Sie erst ein bisschen anonym und testen, ob sich eine nähere Kontaktaufnahme lohnt. Dann geht es entweder mit Telefonaten weiter oder Sie verabreden gleich ein Treffen.
Einen Nachteil hat das Internet allerdings; da die Anzeigen automatisch weltweit gelesen werden können und im deutschsprachigen Raum sowieso, erhalten Sie möglicherweise die spannendsten Zuschriften aus der Schweiz, respektive für die Bodenseebewohnerin von einem Fischkopf aus Hamburg. Entweder, Sie grenzen Ihre Anzeige räumlich ein oder Sie lernen die Welt kennen. Wenn jemand wirklich interessant ist, dann lohnt sich ja vielleicht auch eine Reise in eine andere Stadt. Dort sollten Sie sich dann auf jeden Fall ein Hotelzimmer gönnen. Das macht Sie unabhängig und Sie können sich jederzeit zurückziehen.
Gudrun schilderte mir ihre Erfahrungen zu Kontaktanzeigen im Internet folgendermaßen:
Meistens schreibe ich meine ersten Antworten auf Kontaktanzeigen mitten in der Nacht, wenn ich so richtig einsam bin. Ein Teil der Männer antwortet dann auch, wer das nicht macht, hat Pech gehabt – obwohl es mich natürlich jedesmal trotzdem wurmt. Bei den meisten, die antworten, entsteht dann ein reger E-Mail Kontakt, in meinen besten Zeiten mußte ich dann aber doch ein bißchen aufpassen, daß ich bei mehreren Interessenten nicht durcheinander gekommen bin. Wer war nun 1,80 Meter groß und wer hat noch diesen hochspannenden Computerjob gehabt? Da ich die Mails meistens nicht lösche, läßt sich das aber auch im Nachhinein ganz gut verfolgen. Bei einigen Männern kam es dann auch schon zum persönlichen Treffen. Oh Gott, das erstemal bin ich fast vor Nervosität gestorben, alle längst vergessen geglaubten Träume an den Traummann habe ich ausgebuddelt und in IHN hineininterpretiert. Das Treffen war dann absolut ernüchternd. Da ich mir die Enttäuschung nicht gleich zugestehen konnte, habe ich brav nach dem ersten Milchkaffee noch zum Abendessen eingewilligt, immerhin hat er mich eingeladen. Aber das war dann schon alles und obwohl wir vereinbart haben, uns wieder E-Mails zu schreiben, war danach klar, daß wahrscheinlich beide Rechner für die nächsten Zeit von Viren heimgesucht werden und ein Austausch von E-Mails partout nicht mehr möglich ist. Das ist eine der besten Entschuldigungen für jede einseitige oder beidseitige Sendepause.
Obwohl ich meinen Traummann immer noch nicht gefunden habe gehe ich heute – nachdem ich schon einige Treffen hinter mir habe – deutlich gelassener an die Treffen mit Mister I-don´t-know ran. Mit dieser Einstellung verbringe ich dann aufregende Abende und manchmal auch noch einen zweiten oder einen dritten. Und im Augenblick habe ich das Gefühl, im letzten vielleicht einen Traummann gefunden zu haben, aber das braucht dann wohl Zeit. Zumindest nehme ich mir vor, mich nicht gleich wieder voll zu verlieben, und mein Bauch sagt mir jetzt schon, daß ich wieder scheitern werde...
Annette setzt dem Bericht von Gudrun noch eins drauf:
Meine Internetsuche nach einem Partner ist schon einige Jahre her. Den letzten Mann, den ich übers Internet getroffen habe, habe ich vor zwei Jahren geheiratet und wir sind nach wie vor sehr glücklich. Ich habe – lass mich nachdenken – locker, 3 bis 4 Jahre lang immer wieder mal Internetanzeigen geschaltet oder auf Anzeigen geantwortet. Im Laufe der Zeit dachte ich, dass ich ein ganz gutes Gefühl dafür entwickelt hatte, wer passen könnte und wer nicht – aber bei so einer langen Zeit habe ich schon viele Frösche geküsst, aus denen sich dann eben kein Prinz entwickelt hat. Es blieben Frösche…
Was sich verändert hat, war meine Erwartungshaltung. Im Laufe der Jahre bin ich nicht mehr mit großen Erwartungen zu den Treffen gegangen. Ich dachte mir, ich schaue mir da jemanden an, vielleicht wird mehr draus, vielleicht auch nicht. Bei den meisten blieb es bei einem Abendessen, um nicht zu sagen, ich habe mich mit keinem Mann zweimal getroffen. Das war nach einem Treffen schon klar, dass das nicht passt. Als im mich das erste Mal mit meinem Mann getroffen habe, war ich total abgeklärt und dann völlig überrascht, so einen tollen Menschen da im Kaffee mir gegenübersitzen zu sehen. Was für ein Glück!!!
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