Akzeptanz im dicken Körper


Anstatt das ganze Leben lang zu überlegen, wie Sie zu einem dünneren Körper kommen, ist es vielleicht realistischer darüber nachzudenken, wie Sie mit dem Körper, den Sie nun mal haben, glücklich und gesund leben können. Dazu möchten wir Ihnen an dieser Stelle einige praktische Schritte aufzeigen, wie Sie Ihren Weg zur Akzep­tanz bestreiten können.

Logisch, daß Sie selbst entscheiden, welche Schritte Sie gehen wollen. Schreiben Sie sie in Ihr Tagebuch, damit Sie sich von Zeit zu Zeit rückversichern können. Und hö­ren Sie auf Ihre innere Stimme. Wenn diese zu oft sagt, daß ist doch absurd, ja dann ist es vielleicht (noch) absurd, und Sie sollten sich andere Schritte und Wege aussu­chen. Aber jedesmal, wenn Sie dann doch wieder eine Diät machen wollen, nach dem Motto: „Bei diesem Mal ist alles anders und ich werde wirklich und für immer abnehmen”, hilft Ihr Tagebuch vielleicht weiter, die Dinge nochmals zu überdenken.

 

Hier unsere Vorschläge:

  1. Machen Sie sich deutlich, wie absurd die Vorstellung ist, daß Ihr Wert als Person mit Ihrem Gewicht oder mit dem, was Menschen über Ihr Gewicht denken, ver­bunden ist. 
  2. Erkennen und akzeptieren Sie die Biologie der Gewichtsregulierung. Sie haben nicht beim Abnehmen versagt. Diäten funktionieren nicht. Nicht Sie sind schwach oder falsch, sondern Diäten bauen auf unnatürlichen, körperfremden Annahmen auf, gegen die sich Ihr Körper wehrt. 
  3. Beenden Sie Diäten und planen Sie keine neuen. Dies bedeutet, regelmäßige Mahlzeiten zu essen, einschließlich entsprechenden Süßigkeiten und Snacks. Viele Menschen, die für Jahre mit ihrem Gewicht gekämpft haben, finden heraus, daß sie nicht zunehmen (oder nur in der ersten Zeit), wenn sie mit Diäten aufhören.
  4. Bewegen Sie sich regelmäßig. Bewegung kann eine positive Wirkung auf das Selbstwertgefühl haben und Gesundheitsrisiken vermindern, ohne zu Gewichts­reduktion zu führen. 
  5. Überprüfen Sie Ihren Lebensstil. Ziel dabei soll nicht die Gewichtsabnahme, aber ein gesunder Körper sein. Beispielsweise kann eine Reduktion von Fett und Na­trium in Ihrer Nahrung eine positive Wirkung auf risikoreiche Gesundheitsfaktoren haben, ohne das Gewicht wesentlich zu beeinflussen.
  6. Reden Sie mit anderen Menschen über die biologischen und genetischen Fakto­ren von Dicksein. Manchmal müssen Eltern, Ehegatten, Kinder und Freunde erst informiert werden, damit sie Sie nicht persönlich verantwortlich für Ihr Gewicht machen und aufhören können, Sie zum Abnehmen zu drängen. Statt dessen können Sie zu einer Quelle der Unterstützung in Ihrem Leben werden. Wenn Sie weiterhin gedrängt werden, machen Sie deutlich und unmißverständlich Ihre per­sönlichen Grenzen klar und verbitten Sie sich diese Einmischung.
  7. Wenn Sie sich ausgiebig mit dieser Thematik beschäftigt haben und Sie sich im­mer noch schrecklich mit Ihrem Gewicht, Ihrem Körper und Ihren Lebensumstän­den fühlen, dann suchen Sie sich eine professionelle Beratung, in Form einer Therapie. Sollten Sie dort auf Menschen stoßen, die die Idee der Gewichtsab­nahme zur Lösung aller Probleme verstärken, dann suchen Sie nochmals nach neuen TherapeutInnen, die besser über Dicksein informiert sind. 
  8. Nehmen Sie Kontakt zu lokalen Gruppen auf, die gegen die Diskriminierung von Dicken kämpfen. Überlegen Sie für sich und fragen Sie gegebenen­falls nach, wie Sie sich am besten einbringen können und wollen.
  9. Werden Sie politisch aktiv für die Akzeptanz dicker Menschen. Schreiben Sie an PolitikerInnen und fordern Sie ein Ende der Irreführung und falschen Beh­auptungen durch die Diätindustrie. Diejenigen, die Gewichtsreduktions-Behandlun­gen anbieten, sollten eine vollständige Enthüllung ihres bewiesenen Mangels an Langzeit-Wirkungen ebenso wie mögliche Gesundheitsrisiken liefern müssen.
  10. Lesen Sie regelmäßig in Büchern und Heften, die Informationen für dicke Men­schen anbieten. Die Botschaft sollte für Sie immer sein: Sie können sich mit ihrem Gewicht gut fühlen und ein gesundes, aktives Leben genießen!