9 Argumente gegen beliebte Vorurteile

Entdeckt in den USA und auch für uns sehr passend - 9 einfache Argumente, warum viele Aussagen, die dicke Menschen betreffen, so einfach nicht zutreffen. Der Originaltext stammt von Golda Poretsky, H.H.C.

1) Dick zu sein ist ungesund.

 Fett ist nicht grundsätzlich ungesund. In der Tat ist Untergewicht in vielerlei Hinsicht gefährlicher als Übergewicht, Adipositas oder sogar "krankhafte Fettleibigkeit". Darüber hinaus sprechen viele Beweise dafür, dass die angeblichen gesundheitlichen Probleme im Zusammenhang mit Fett eigentlich das Ergebnis von Diäten sind und der unglaublichen Belastung, die Diäten dem Körper abverlangen.

 

Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass Menschen, die 15% oder mehr ihres Körpergewichts verloren haben, ein deutlich erhöhtes Sterberisiko haben im Vergleich zu Menschen der gleichen Größe, die kein Gewicht verloren haben. Darüber hinaus leben dicke Menschen länger als dünne Menschen, können Herzprobleme eher überleben, und verlieren bei Behandlungen wie Angioplastie weniger Blut. Dicksein schützt statistisch auch vor einer Vielzahl von Problemen, darunter "Infektionen, Krebs, Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Osteoporose, Anämie, Bluthochdruck, rheumatoider Arthritis und Typ 2 Diabetes." Dicke Menschen haben auch ein niedrigeres Risiko für Emphyseme, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, Hüftfrakturen, Tuberkulose, Anämie, Magen-und Zwölffingerdarmgeschwüre und chronische Bronchitis.

 

Wenn Sie sich fragen, warum Sie noch nie davon gehört haben, dann deshalb, weil diese Informationen niemandem Geld einbringen. Sie unterstützten weder die Diät-Industrie, die im Jahr 60 Milliarden Dollar umsetzt, noch das mehrere Milliarden Dollar schwere Geschäft der Gewichtsverlust-Chirurgie, noch die unschätzbar umsatzstarke pharmazeutische Industrie.

 

2) Dicke Menschen haben alle Essstörungen, ernähren sich ungesund, und treiben keinen Sport. 

Keine Studie hat jemals diese Behauptung bestätigt.  Sie können nichts über die Essgewohnheiten oder Fitness-Level oder relative Gesundheit von jemandem sagen, wenn Sie die Person nur nach ihrer Figur beurteilen. Ich habe Klienten von 300 Pfund, die nur Vollwertkost essen und für den Triathlon trainieren, und ich habe 120-Pfund-Kunden, die sich kaum bewegen und Fressattacken haben. Menschen aller Größen haben ganz unterschiedliche Gewohnheiten, und ein kurzer Überblick über Ihre Freunde und Verwandten wird Ihnen genau das zeigen.

3) Wenn dicke Menschen sich richtig ernähren und Sport treiben würden, wären sie nicht dick. 

Entgegen der landläufigen Meinung gibt es Menschen in allen Formen und Größen. Genau wie Menschen klein und groß und irgendwo dazwischen sein können, sind die Menschen dick und dünn und irgendwo dazwischen. Das nennt man Vielfalt. Das nennt man Genetik. Das nennt man auch, in einigen Fällen, das Ergebnis von ständigen Diäten.

 

4) Der Gewichtsverlust ist ein gesundes Ziel an sich und verdient Förderung. 

Diese Aussage trifft überhaupt nicht zu. Zunächst einmal funktionieren Diäten nicht. Wirklich nicht! Die ein oder zwei Leute, von denen Sie wissen, dass sie Gewicht durch eine Diät verloren haben und es für länger als 5 Jahre gehalten haben, sind statistische Ausreißer. Diäten haben verheerende Auswirkungen auf Ihren Körper, der alle Bereiche von Ihrem Immunsystem zu Ihrem Herz-Kreislauf-System, Ihrer Ausdauer und geistigen Gesundheit und Ihrem Selbstbild umfasst. Oh, und lassen Sie mich gar nicht erst von der unglaubliche Gefährlichkeit von Gewichtsverlustoperationen anfangen. Wenn Ihnen jemand sagt, dass seine Methode langfristige Gewichtsabnahme verspricht, lügt er Sie an. Wenn er Gewichtsverlust verspricht und ger nicht erst erwähnt, ob das langfristig ist oder nicht, betrügt er Sie.

5) Förderung der fat acceptance macht die Menschen dick. 

Keine Studie hat jemals bewiesen, dass die Akzeptanz und Annahme des eigenen Körpers zur Folge hat, dass man an Gewicht zunimmt. Im Gegenteil sind die Methoden der "Gesundheit für jede Größe" (Health At Every Size = HAES), darunter auch die Akzeptanz des eigenen Körpers, eigentlich für die Menschen viel gesünder. Wenn Sie mir beweisen können, dass es die Gesundheit verbessert, wenn Menschen wegen ihres Körpers erniedrigt werden, dann können wir gerne darüber reden. Und im Übrigen führt die Art, wie wir dicke Menschen erniedrigen, zu einem exponentiellen Anstieg der Diskriminierung am Arbeitsplatz, im Gesundheitswesen und in der Bildung.

6) Es gibt eine Adipositas-Krise, und Übergewicht ist auf dem Vormarsch. 

Nicht wirklich. Stattdessen wurden die Bemessungsgrenzen verringert, dadurch werden heute Menschen zur Gruppe der dicken Menschen gezählt, die vor 10 Jahren noch unter den statistischen Normalgewichtigen gewertet worden wären. 

 

7) Fettleibigkeit bei Kindern ist ein ernstes Problem. 

Nein, wirklich nicht. Die Lebenserwartung der heutigen Kinder steigt weiter an. Und jeder Versuch, Kinder insgesamt dünner zu machen, ist bisher gescheitert. Und wenn Sie dem Geld hinter Michelle Obamas Anti-Fettleibigkeits-Initiative in den USA folgen, sehen Sie, wie irgendwelche großen Unternehmen von dem Unsinn profitieren. Die wirkliche Bedrohung für dicke Kinder ist die Gefahr von Mobbing und der Stress, den das erzeugt. Letztendlich ist der Zugang zu gesunden, ökologisch erzeugten Lebensmitteln und sicheren Orten zum Spielen für alle Kinder wichtig, nicht nur für die dicken.

8) Der BMI ist eine angemessene und wissenschaftliche Methode zur Bestimmung der Gesundheit. 

Wenn Sie für mehr als eine Minute darüber nachdenken, wie der BMI berechnet und angewandt wird, merken Sie sofort, dass er ebenso fehlerhaft wie völlig nutzlos ist.

9) Aber all das geht gegen die gängige Meinung, dass Fett schlecht und tödlich ist! 

Ihre "konventionellen Weisheit" wurde von der Diät-Industrie und den Pharma-Unternehmen bezahlt, und zwar schon seit Jahrzenten. Es ist Zeit, darüber hinwegzukommen und anzufangen, kritisch zu denken. Ich ermutige Sie dazu, Ihren verinnerlichten und externalisieren Selbsthass aufzulösen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Kim (Samstag, 05 Mai 2012 12:42)

    Genialer Artikel! Den "Sackgassenblick", den manche Zeitgenossen bezüglich dicker Menschen an den Tag legen, ist einfach nicht mehr zu begreifen. Dick sein ist schlecht, weil es eben schlecht ist - ganz einfach. Da wird munter alles nachgeplappert, was die Gesundheitsprediger vorbeten, ohne es jemals zu hinterfragen. Man sollte meinen, Perspektivwechsel und vernünftiges Denken täten irgendwie weh. Traurig, traurig... Aber auch dieser Spuk wird irgendwann vorüber gehen. Spätestens dann, wenn er keinen Gewinn mehr einbringt. War bei allen anderen Fällen von Diskriminierung in der Geschichte genauso.

  • #2

    kimo (Samstag, 08 September 2012 02:13)

    Wie wäre es mal mit Quellenangaben? Macht einen Artikel um einiges seriöser...

  • #3

    Dicke e.V. (Samstag, 08 September 2012 06:44)

    Kimo: Wenn Du auf das blaue Wort USA klickst, kommst Du automatisch auf die Seite mit dem Originaltext.

  • #4

    Annette (Sonntag, 04 Januar 2015 12:03)

    Ich habe diesen Text erst jetzt entdeckt und bin etwas irritiert. Wo ich doch gerade jetzt wieder mit einer Diät anfangen wollte. Das soll alles nicht stimmen? Ich kann es kaum glauben. Obwohl ich zugeben muss, dass mich der Kampf mit meinem Körper schon ganz schön ermüdet. Aber es wäre schlank einfach so viel einfacher!!!