Internationaler Anti-Diät Tag

Am 6. Mai findet wieder der Internationale Anti-Diät-Tag statt. In diesem Jahr wollen wir in erster Linie Menschen zu Wort kommen lassen, die aus eigener Erfahrung berichten können, das Diäten nicht funktionieren. Denn jenseits der von der Diätindustrie geprägten Meinung, Diäten könnten funktionieren, ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass Diäten als Methode in sehr großer Mehrheit und auf jeden Fall langfristig nicht funktionieren. 

 

Nicht der Mensch ist schwach, die Methode ist unbrauchbar!!! Lange Zeit wurden Menschen auch zur Ader gelassen, bis man sich klar wurde, dass Blutverlust nicht zur Heilung beiträgt... (Leider hat auch diese Erkenntnis lange gedauert). 

 

Nicht nur, dass Diäten nicht funktionieren. Sie sind auch gesundheitlich schädlich. Von der Zerstörung des natürlichen Stoffwechsels über langfristige Gewichtszunahme bis zu Menstruationsbeschwerden und Haarausfall ist die Liste der körperlichen Risiken lang. Ganz zu schweigen von den seelischen Risiken, die sich unter anderem in Selbsthass, Stress, Depression und eigener Körperablehnung zeigen. 

Gerne möchten wir den Anti-Diät-Tag in diesem Jahr nutzen, um genau über diese Mißerfolge zu berichten. Und so möchten wir jetzt schon aufrufen, hier als Kommentar oder per Mail uns von den Erfahrungen zu berichten. Gerne mit Bild, wie wäre es mit Vorher - Nachher Fotos, so viele Menschen berichten von Gewichtszunahme auf lange Sicht. Und da sehen die Bilder ganz anders aus, als die, die wir gerne in Zeitschriften präsentiert bekommen. Wir freuen uns auf Eure Nachrichten. 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Anette (Sonntag, 28 April 2013 14:54)

    Es hat lange gedauert, einzusehen, dass das nix wird. Ich habe sooo viele Diäten gemacht... Als ich als Teenager angefangen habe, habe ich 70 kg gewogen, heute sind es 95. Die 25 kg hätte ich mir ohne Diäten vielleicht erspart. Ganz zu schweigen, von den Heißhungerattacken, dem Gefühl versagt zu haben und zunehmnemden Herzrasen.

  • #2

    Dirk (Montag, 29 April 2013 14:21)

    Ich musste mit 15 das erste Mal abnehmen. Seitdem habe ich deutlich häufiger Atemnot, wenn ich beispielsweise einen Berg mit den Fahrrad hochfahre. Meiner Lunge und meinem Herz ist dieser Nahrungsentzug nicht bekommen, zumal ich das Gewicht nach knapp einem Jahr auf wieder drauf hatte.

  • #3

    Monika Ederer-Mosing (Donnerstag, 02 Mai 2013 20:52)

    Nach meiner Mandeloperation im achten Lebensjahr nahm ich plötzlich zu. Das kommt nach Mandeloperationen öfter vor und ich kenne verschiedene ärztliche Theorien darüber. Einer der ersten Menschen, die mich öffentlich bloßstellten, war meine Volksschullehrerin und von da an riss das Schimpfen von allen Seiten nicht mehr ab. Mit vierzehn machte ich die erste Diät, meine Regel blieb aus, der Frauenarzt sagte, ich solle damit aufhören: "Aus Ihnen wird nie eine Schlankheitskönigin!" Aber viele Leute drängten mich weiter zum Abnehmen. Mit sechzehn machte ich die nächste Diät und bekam davon meine ersten Schlafstörungen (fiel zu Mittag schon in Tiefschlaf)und Attacken des Überessens. Als Nächstes kam die Punktediät: Da durfte ich beliebig viel Butter essen, weil kohlenhydratfrei, aber Tomaten weniger, wegen Kohlenhydratgehalt. Die nächste schreckliche Diät war die Humplikdiät: nur Schwerverdauliches und viel Fleisch, vom Brot nur die Rinde! Dazu verschrieb mir der Arzt Appetitzügler, Entwässerung und Verzicht auf Flüssigkeit. Später schickte mich ein anderer Arzt auf Kur: drei Wochen Tee-Diät nach F.X. Mayr, also praktisch Nulldiät, dann einige Tage Milch auf Semmeln kauen nach F.X. Mayr. Dann kamen zwei Mal Weight Watchers, dann ein Versuch mit der Atkins-Diät,dann einige Versuche mit dem Eiweiß-Konzentrat Modifast. Dann gab ich es auf und wurde weiterhin verspottet und beschimpft. Jetzt war ich Lehrerin und wurde wieder vor einer ganzen Schulklasse verspottet, diesmal von einem Lehrer"kollegen". Auch mit Schulbüchern, in denen die Dicken beschimpft werden, musste ich arbeiten und schämte mich furchtbar. Dann gelang mir plötzlich eine starke Gewichtsabnahme durch eine Diät aus Salat, Obst und Magerquark und eine tägliche Aerobic-Stunde. Von der vielen Rohkost, die nötig war, meinen Hunger zu stillen, bekam ich eine Gastritis, die allerdings bald ausgeheilt war. Aber eine schwere Osteoporose habe ich heute noch. Osteoporose liegt zwar in meiner Familie, die Verschlimmerung könnte aber von der Extrem-Abnahme kommen. Von der täglichen Aerobic-Stunde bekam ich eine tägliche Übelkeit, die nur durch tägliche Aerobic aufhörte, wodurch die Aerobic zum täglichen körperlichen Zwang wurde. Fünfzehn Jahre ging dieser Zwang nicht weg, mir wurde Sertralin dagegen verschrieben, das half nichts, dann wurde mir Duloxetin verschrieben, das hilft jetzt, aber ich muss es täglich nehmen, sonst wird mir sofort wieder schlecht. Und in diese Sportsucht und die anderen Schäden haben mich die ständig schimpfenden SchlankheitsfanatikerInnen hineingedrängt. Ich bin jetzt sechzig Jahre alt, als Achtjährige wurde ich zum ersten Mal wegen meines Gewichts beschimpft. So zerstörte der Schlankheitswahn einen Teil meines Lebens. Und was die Leute so gegen mich aufbrachte, war ein Gewicht um die fünfundachtzig Kilo bei 167 cm! Ich werde nie verstehen, warum ich deswegen in schädliche Diäten hineingestoßen wurde!