2 Frauen entdecken Sport - den Marathon im Blick

Asael Fotographie (www.asael.ch)
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In der Schweiz haben zwei Frauen sportliche Aktivitäten für sich neu entdeckt. Alexandra gibt ihre Erfahrungen dazu in ihrem Blog RunCouchPotatoesRun wieder, mittlerweile bieten sie auch selbst Sportkurse für andere dicke Menschen an.

 

Wir haben Alexandra für Euch interviewt: 

Gab es einen bestimmten Auslöser für Euch mit Sport anzufangen? Oder war es nur das übliche schlechte Gewissen? 
Nun, es gab in unserem Leben ja schon öfters mal Anläufe, mit Sport anzufangen. Der Grund, warum wir dieses Mal drangeblieben sind, war eigentlich Karmas (meine Trainingspartnerin und gute Freundin, auf den Bildern im pinken Shirt) Äusserung, sie möchte mal einen Marathon laufen. Dafür musste man ja zuerst mal überhaupt mit laufen anfangen und das haben wir dann im Februar 2012 auch gemacht. 

Ich finde das große Sportangebot da draußen manchmal sehr verwirrend. Wie habt ihr Euch für eine Sportart entschieden? Oder ging es gleich mit mehreren los?
Wir haben mit Laufen angefangen. Später kam Zumba dazu, ab und an schwimmen, zwischendurch natürlich auch Kraftaufbau. Ich glaube, am allerwichtigsten beim Sport ist es, dass man etwas findet, was einem Spass macht. Dann bleibt man auch viel eher dran, als wenn man sich zu einem Sport zwingt, der einem null Freude bereitet.

Asael Fotographie (www.asael.ch)
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Wie waren die ersten Monate? Wie war es mit Muskelkater? Habt ihr Euch besonders vor Verletzungen geschützt?  

Die ersten paar Monate waren sehr oft wirklich streng und wir haben oft unter Muskelkater gelitten. Manchmal so sehr, dass ich kaum mehr vom Bürostuhl aufstehen konnte ;-) Wir haben uns vor Verletzungen geschützt, in dem wir unser Pensum langsam aufgebaut haben, uns genügend Ruhe gönnten und nach dem Training immer schön dehnten.

 

Habt ihr gerade am Anfang an einem Kurs teilgenommen und hattet ihr jemand, der Euch berät? Wie gestaltet ihr für Euch Bewegung so, dass sie nicht eintönig und langweilig wird? 

Nein, wir haben selber mit dem laufen begonnen und haben uns aus dem Internet und von anderen Läufern einfach Inputs geholt. Da wir ja zumeist draussen trainieren, wird es sowieso nie eintönig. Die Natur verändert sich stetig, wir entdecken immer wieder neue Routen – das ist wunderbar. Langweilig wurde uns noch nie. Mittlerweile bieten wir mithilfe einer Sportwissenschafterin selber Sportkurse für Übergewichtige und Fitnessmuffel an – wer hätte das noch vor rund eineinhalb Jahren gedacht? http://runcouchpotatoesrun.com/sportkurse-fur-ubergewichtige/

Asael Fotographie (www.asael.ch)
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Wie oft treibst Du Sport in der Woche und wie integrierst Du das in Deinen Alltag? 

Im Moment treibe ich nicht ganz so fleissig Sport, wie ich gerne würde. Mein fixer Termin ist unser Sportkurs am Samstagvormittag, in welchem wir mit anderen „Leidensgenossinnen“ 90 Minuten lang im Body Pump Style schwitze. Ich achte einfach auf viel Bewegung im Alltag (messe mit einem Schrittzähler meine Schritte und versuche, täglich auf 10‘000 zu kommen) – das lässt sich gut integrieren, in dem ich z.B. vor der Arbeit eine Station früher aus der Bahn aussteige oder die Mittagszeit für einen Spaziergang nutze. Und ich möchte im nächsten Frühling wieder einen 5-Kilometerlauf absolvieren – so ein Ziel zu haben, hilft mir enorm, motiviert dranzubleiben.

Wenn ich sagen würde: Sport macht Spaß, weil…. Was gibt es dafür für Ergänzungen? Oder ist Sport eher ein Muss und der Spaß kommt danach, wenn man so richtig schön erschöpft und dennoch stolz auf der Couch sitzt? 
Sport macht Spass, weil es das ganze Dasein zum positiven verändert! Ich bin wacher, fröhlicher, ausgeglichener und viel zufriedener mit mir, seit ich regelmässig Sport mache.

 

Ihr macht ja viel Sport im Freien. Hast Du da keine Angst vor blöden Bemerkungen oder Blicken? Ist sowas schon vorgekommen oder ist das eher eine Angst, die nur in manchen von unseren Köpfen existiert? Und wenn es schon passiert ist, wie bist Du damit umgegangen? 
Natürlich, diese Sorge begleitet uns ständig beim trainieren. Und nein, leider kommt das nicht nur in unseren Köpfen vor. Wir haben schon ein paar Mal doofe Bemerkungen gehört. Ich würde euch ja gerne sagen, dass das an mir abperlt und ich es sogleich wieder vergesse, nachdem es vorgekommen ist. Das wäre allerdings eine Lüge.

Meine Reaktion darauf ist immer wieder die gleiche: ich bin komplett baff, wenn mich jemand beim spörteln blöd anmacht. Wenn mich beim anstehen im Mc Donalds jemand als fett bezeichnet, ist das ja das eine. Aber wenn ich gerade dabei bin, etwas für mein Wohlbefinden zu tun, dann treffen mich solche Bemerkungen ungemein. Leider habe ich noch keine wirklich gute Art gefunden, damit umzugehen. Aber ich arbeite daran, mich davon nicht mehr stressen zu lassen.

Asael Fotographie (www.asael.ch)
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Wie war das bei öffentlichen 5km Läufen, wo ja wahrscheinlich viele andere dünnere Menschen waren? Gab es da Bemerkungen? Wie hat sich das dort angefühlt? 
Es gab die unterschiedlichsten Erlebnisse. Im allgemeinen bin ich immer wieder überrascht, wie viele Leute uns anfeuern, uns das Daumen hoch Zeichen geben und vor oder nach einem Lauf zu uns kommen und uns sagen, wie super sie das finden, dass wir das tun. Es gab allerdings auch schon andere Momente, die wirklich mühsam waren. Ein Beispiel habe ich in diesem Blogpost erzählt: Wenn vor dir die Streckenmarkierung abgeräumt wird, macht das echt keine Freude. Aber solche Vorfälle waren bis anhin gottseidank die Ausnahme!

 

Gerade ist das Wetter nicht so richtig einladend für Sport in der Natur? Hast Du ein paar Tipps, wie man sich trotzdem motivieren kann? 

Ich motiviere mich im Moment unter anderem damit, dass ich schon an den Frühling denke und daran, wie toll es sein wird, nach dem Winter nicht komplett unfit zu sein. Ausserdem damit, dass es mir einfach auch im Winter sehr gut tut, Tageslicht zu tanken. Das muss ja nicht stundenlang sein, 15 Minuten wirken sich schon positiv auf das Befinden aus. Aber ja, ich kann es nicht leugnen – ich freue mich auch schon wieder auf die längeren Tage und die wärmeren Temperaturen. 

 

Alexandra, vielen Dank für Deine Antworten und weiterhin viel Spaß bei Eurem Sportangebot. 

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