Ich möchte sterben

Zu mir kam vor einigen Wochen eine Klientin, die sehr verzweifelt war. Sie wollte sich das Leben nehmen! Wegen ihrer Figur.

 

Ich habe mit Marion als Coach nicht gearbeitet, sondern sie an eine Psychotherapeutin verwiesen. Als Coach darf ich mit depressiven und selbstmordgefährdeten Menschen nicht arbeiten. Dennoch habe ich sie eingeladen, ihre Gedanken und Sorgen aufzuschreiben. 

Das hat sie getan. Und nicht nur das. Sie hat mir den Text auch zukommen lassen. Ich war sehr betroffen. Dankenswerterweise hat sie mir erlaubt, diesen Text (mit leichten redaktionellen Änderungen) hier zu teilen. Sie liest auch mit und sicherlich helfen ihr Eure Kommentare. Auch wenn sie befürchtet und angekündigt hat, dass sie nicht drauf antworten will und kann. 

Seit Tagen begleitet mich ein Mantra in meinem Kopf. Es variiert ein bisschen zwischen "Ich will endlich sterben" und "Hoffentlich ist alles bald vorbei". Das Mantra kommt nicht wirklich bewusst, habe eher den Eindruck, dass es  auftaucht, wenn ich nicht so ganz kontrolliert da bin. Also gerne morgens beim Aufwachen, tagsüber, wenn ich gerade nicht denke oder abends wieder beim Einschlafen. Natürlich frage ich mich dann auch, warum ich solche Gedanken denke. Und ob ich diese Gedanken glauben will und damit auch in die Tat umsetzen.

 

Das Leben ist mir zu viel. Ich bin es leid. Ich bin 52 Jahre alt, bin schon immer dick und des Lebens müde. Ich glaube an so was wie die

Wiedergeburt und ich möchte auch gerne nochmal eine Chance haben. Eine Chance ein Leben zu leben, ohne dick zu sein. In einem normalen Körper. 

Ich bin dieses Lebens müde, in welchem ich nicht mal vor die Straße gehen kann, ohne das ich mit dummen Bemerkungen rechnen muss. Ich bin es leid, mir beim Arzt anhören zu müssen, dass ich an allen Schmerzen, die ich so habe, selbst schuld bin. Ich bin es leid, Schmerzen zu haben. Und ich möchte nicht mehr mit Schuldgefühlen leben müssen, eben weil mein Knie oder mein Rücken weh tut. 

 

Ich möchte ein neues Leben haben, in dem ich ein Recht darauf habe, dazuzugehören. Geliebt zu werden. Und lieben zu dürfen. Ich möchte arbeiten, weil ich was geben kann. Nicht nur dankbar sein, dass ich überhaupt einen Job habe. Der mich leider langweilt und bei dem ich ohne Probleme ersetzt werden könnte. 

 

Mir kommen richtig große Tränen, wenn ich mir bewusst mache, dass ich eigentlich niemandem so richtig fehlen werde. Ja, meine Eltern und mein Bruder werden traurig sein. Aber sie werden darüber wegkommen. Zumal sie mich ja auch lebend wie eine große Enttäuschung behandeln. Zumindest manchmal. Mit dummen Bemerkungen oder Lästereien über mein Aussehen oder mein Essverhalten oder meine Unbeweglichkeit. Gut, tief drin, weiß ich, dass sie mich wohl auch lieben. Aber warum zeigen sie es dann nie? 

 

Es erschüttert mich, dass ich sonst kaum einem Menschen wichtig bin. Natürlich werden einige Freundinnen entsetzt sein. Aber eher aus der Kategorie: Damit hätte ich nie gerechnet. Vielleicht werden sie auch ein bisschen darüber reden, dass ich ja auch kein einfaches Leben gehabt habe. Das sie mich nie wirklich akzeptiert haben, ich fürchte, das werden sie gar nicht richtig merken. 

 

Ich träume von einem neuen Leben, in dem ich beschwingt durch das Leben springen kann. In dem ich laufen, rennen, schwimmen und lachen kann. In dem ich geliebt werde und liebe. Keine Ahnung für was dieses Leben gut sein soll. Zu lernen, wie es ist in der Aussenseiterrolle zu sein? Zu lernen, wie es ist, dass andere Menschen nicht mit einem leiden, sondern einen beschimpfen, weil man zu viel gegessen hätte, weil man sich selbst nicht im Griff hat? Ich weiß es nicht. Aber mir fällt es schwer, noch Momente zu finden, auf die ich mich in diesem Leben noch freuen soll. 

 

 

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Kommentare: 11
  • #1

    Stachelbeere (Mittwoch, 04 Mai 2016 14:52)

    Liebe Marion,
    Auch ich bin stark übergewichtig und depressiv. Lass dir bitte helfen, und gehe zum Gegenangriff über. Die Lästereien und Spitzen prallen besser ab. Frage dein Umfeld nach dem Warum, versuche dieser Engstirnigkeit entgegenzuwirken. Reden hilft.
    Ich drücke dich unbekannterweise, du bist nicht allein.
    Liebe Grüße.

  • #2

    Astrid (Mittwoch, 04 Mai 2016 15:58)

    Liebe Marion, auch ich bin schwer Übergewichtig (151kg) und ich weiß genau was du meinst mit deiner
    Familie , ich hab auch so eine . Ich bin überzeugt sie lieben mich aber ihr fast krankhafter Kampf gegen die eigenen Gene ,hat mich zudem gemacht was ich bin, leider. Ich kann auch nur sagen lass dir von eine Psychologin helfen , du kannst einfach dort anrufen und nach einem Termin Fragen du brauchst keine Überweisungen oder sowas. Die GK übernimmt aufjedenfall die ersten 5 Termine ,wo man sich kennen lernt und entscheidet ob es eine längere Therapie gibt , diedann beantragt wird. du bist nicht allein die Terapeuten helfen . Ich weiß das ist schon sehr viel für jemanden der so niedergeschlagen ist wie Du, aber es lohnt sich . Ich habe auch wieder gelernt mich zumögen mit meinen Schmerzen ,die ich auch habe. Und ich habe gelernt und lerne noch ,das nicht ich mich der Welt anpassen muss sondern meine Welt sich mir anpassen muss. Zum Beispiel such dir einen vernünftigen Hausarzt ,der dich so nimmt wie du bist und akzeptiert das du dich nicht auf einen Schlag halbieren kannst. Es gibt solche , ich mache es jetzt so , nicht lachen ,aber wenn ich zu einem neuen Arzt muss sage gleich " Guten Tag , haben sie ein Problem mit mir , denn dann gehe ich gleich wieder und verschwende nicht meine Zeit ! " Die Gesichter sind großartig :-), aber es klappt . Aber das hab ich auch erst lernen müssen , aber man kann das lernen bitte glaub mir . Such dir gleich gesinnte , ich hab mir eine Aquafitness Gruppe für Dicke gesucht , total super ,wir haben eine Stammtisch und gehen einmal im Monat schön zusammen essen oder bowlen , da ist man mit Menschen zusammen den es genau so geht und man kann sich unterstützen , wenn wir irgendwo hin gehen checken wir vorher ob wir z.b. Alle gut sitzen könne . Ich weiß ja nicht wo du wohnst ,aber ich habe die Gruppe im Internet gefunden so bei Reahsport Vereinen oder Gruppen. Bitte lass den Kopf nicht so hängen , es kann ganz schön sein sich zumögen , bitte bitte such dir professionelle Hilfe . Ganz liebe Grüße Astrid

  • #3

    Krümelmonster (Mittwoch, 04 Mai 2016 16:44)

    Huhu Marion,
    ich kann alle deine leidvollen Gedanken sowas von nachvollziehen. Ich hab mal 160 kg gewogen, inzwischen sind es wegen Magenverkleinerung noch 120 kg. Weiter schaffe ich einfach nicht abzunehmen, halte mein Gewicht. Man fühlt sich ständig überall als Versagen und möchte einfach nicht mehr weiter... Danke für deine Ehrlichkeit! Ich bin nicht mehr Selbstmordgefährdet, aber glücklich ist was anderes... Ich wünsche dir viel Kraft um deinen eigenen individuellen Weg am Leben zu bleiben zu finden. Was mich wohl mit am meisten verletzt hat ist, dass man anscheinend als sehr Dicke keinerlei Liebe verdient hat! Ich bin 41 Jahre alt und hatte noch nie einen Partner. Und alle lügen einen an, es läge auf keinen Fall am Übergewicht!!! Da frag ich mich doch gleich, was an mir sonst noch alles nicht in Ordnung ist, dass sich nie jemand für mich interessiert. Ich bin sehr einsam und habe wenig Familie die greifbar wäre und nur eine langjährige Freundin. Ich bin es leid immer wieder in Freundschaften aufs krasseste verletzt zu werden. Ich meide inzwischen absichtlich jegliche Kontakte, egal ob Freundschaft oder angeblich interessierter Liebhaben. Ja die Welt ist grausam und entweder wir leben SO weiter, oder gar nicht. Das ist hässlich und schlanke Menschen können sich sicherlich überhaupt nicht vorstellen, wie benachteiligt man im gesamten Leben als Dicke ist. Jetzt habe ich dich mit meinen Worten sicherlich nicht wirklich aufheitern können, aber ich wollte dir zeigen, dass ich dich verstehen kann und dass das von dir nicht einfach nur Hirngespinste sind, denn so reden Normalgewichtige gerne darüber. Ich fühle mich sehr minderwertig und es scheint sich im zwischenmenschlichen Bereich und auch in anderen Bereichen immer wieder nur zu bestätigen, dass man selber keinem als wertvoll erscheint. Schade eigentlich, denn ich bin der Meinung, ich hätte der Welt etwas zu geben, nur das will anscheinend keiner haben. Man könnte es Liebe nennen... LG Krümelmonster und lass dir gesagt sein: "Ich hab dich lieb, allein schon wegen deinem Brief.". Du hast mir sozusagen aus der Seele geschrieben... :0) Bye

  • #4

    Eliana (Mittwoch, 04 Mai 2016 17:11)

    Hallo
    diese Gedanken kommen mir wirklich bekannt vor und 2009 habe ich meine Gedanken in die Tat umgesetzt. ..aber mein Schutzengel wollte nicht das ich gehe. ..ich kann dir nur sagen, heute bin ich dankbar dafür zu leben. ..und ich lebe wirklich. .ich existiere nicht nur ...ich lebe liebe lache und bin heute eine glückliche Frau. ..es war kein einfacher Weg zu mir selbst zu finden. ..aber ich habe es geschafft und glaube mir auch du kannst es schaffen. .es sind Worte die du in deiner Situation nicht glauben kannst ...aber sie sind wahr. ..trau dich auf dich selbst zu schauen. ..wer du wirklich bist und warum essen dir so wichtig ist und für was ein Ersatz. .ich meine nicht Liebesersatz. ..Frage dich warum du dich hasst ohne dir je die Chance gegeben zu haben dich selber kennen zu lernen. ..es lohnt sich wirklich und du wirst erstaunt sein wer du wirklich bist. .ich sage es mal deutlich wenn du dich durch dein Fett anschauen kannst ..es ist nicht meine eigentliche Wortwahl aber ich denke du kannst damit umgehen. .ich bin heute immer noch sehr gut gebaut ...Kleidergröße 54...
    Glg Eliana

  • #5

    Alexandra (Mittwoch, 04 Mai 2016 17:21)

    Liebe Marion,

    Du bist nicht allein. Wir sind viele. Trau Dich und such nach Gleichgesinnten.

    Und bitte lass Dir nicht erzählen, dass Du den Job machen mussssst, weil Du dick bist. Schau Dich um, und orientiere Dich neu. Egal, ob dass dann wirklich zu einem neuen Job führt. Wichtig ist, dass Du weißt: JEDER, absolut JEDER Mensch ist gleich viel wert. Und neue Perspektiven helfen, neu zu denken.

    Ja, wir Dicken haben es nicht leicht, ich wiege selbst 130 kg, und das Gewicht war für mich noch nie ein Hinterrungsgrund, einen besseren Job zu bekommen.

    Und ja, ich hab auch schwarze Tage, an denen wir alles zu viel wird. Nix passt, alles doof ist und schwarze Wolken über mir hängen.

    Ich hatte letztes Jahr das Glück für 5 Wochen eine psychosomatische Reha in Königsfeld machen zu dürfen. Es war eine wirklich gute Zeit und mir wurde an Seele und Körper geholfen. Frag Deinen Arzt danach, Dich zu unterstüzten, in eine Reha zu kommen, die Adipositas und Psychosomatik kombiniert. Einfach, damit es DIR wieder besser geht.

    Familie kann man sich nicht aussuchen. Aber man kann sich dafür entscheiden, wie wichtig man sie nimmt.

    Fühl Dich umarmt!

  • #6

    Kathrin (Mittwoch, 04 Mai 2016 17:49)

    Liebe Marion,
    Selbstmord war für mich nie eine Option. Aber ich kann all deine Gedanken dennoch nachvollziehen.
    Und schon kommen sie um die Ecke mit ihren gut gemeinten Ratschlägen: Lass dich nicht hängen, du musst das Leben positiv sehen, ich habe abgenommen, also kannst du das auch... Aber ist das wirklich hilfreich? Fühlt man sich noch unvollkommener, wenn jemand anders einem erzählt, wie er sein Leben trotz Widrigkeiten meistert?
    Deshalb sage ich dir jetzt: Es ist in Ordnung, wie du dich fühlst! Alle deine Gefühle sind absolut okay und haben ihre Berechtigung. Du darfst traurig sein, du darfst verzweifelt sein, du darfst daran denken, dir selbst etwas anzutun. Das alles ist erlaubt. Die Gedanken sind frei.
    Und wenn wir beide uns nun einfach erlauben, uns so zu fühlen, wie wir uns fühlen, dann können wir einen Schritt weitergehen.
    Sicherlich willst du nicht wirklich sterben - nehme ich jetzt mal so an. Vermutlich willst du nur, dass dieses schreckliche Gefühl weggeht. Und sicherlich willst du eigentlich, dass du glücklich und zufrieden bist.
    Leider - und ich spreche da aus Erfahrung - muss man dafür sein Mindset ändern und das kann ganz schön haarig sein. Erst einmal sei gesagt: Es ist okay, sich professionelle Hilfe zu holen! Eine Möglichkeit ist der Weg zu einem vertrauensvollen Psychologen. Und antürlich gibt es, wie du hier siehst, eine Menge Menschen, die ähnlich wie du empfinden und dich deshalb sehr gut verstehen. Diese Menschen sind wertvoll. Versuche, Kontakte zu ihnen zu knüpfen. Du bist nicht allein!
    So unerhört, wie sich das jetzt anhören mag, aber unser Glück hat nichts mit unserer Figur zu tun. Unser Glück kommt aus unseren Einstellungen den Dingen gegenüber. Und Einstellung ist lernbar, ist veränderbar, ist Einstellungssache.
    Leider gibt es kein Patentrezept. Aber es gibt Rezepte. Wage das Abenteuer, dein Rezept zu finden. Ich helfe, so gut es geht, auf Marshmallow Mädchen (Facebook) - jeden Tag liebe Worte für all die vielen Menschen da draußen, die unglücklich mit sich sind.

  • #7

    Britta (Mittwoch, 04 Mai 2016 20:24)

    Liebe Marion, ich kann dich sehr gut verstehen. Ich habe auch oft solche Gedanken, denn mit meinen 160 kg bin ich da draußen schon recht auffällig. Aber es lohnt sich weiterzuleben. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, das du es mit fachlicher Hilfe schaffst die Sonnenseite wiederzufinden. Ich drücke dich unbekannterweise und schicke dir ganz viel Kraft!

  • #8

    Gabi (Mittwoch, 04 Mai 2016 23:21)

    Ich bin nicht sicher, ob ich meine Gedanken richtig formuliert bekomme, aber ich versuche es mal: In meiner Dick- Dünn- Dicklaufbahn habe ich gemerkt, dass die Zuneigung oder Abneigung der Menschen um mich herum nicht zwingend was mit meiner Figur zu tun hat. Eher mit meiner Ausstrahlung, meiner Haltung zu mir selbst. Wenn man auch von der eigenen Familie keinen Rückhalt bekommt, schlägt das eine tiefe Kerbe in die Seele. Da hinein fallen alle weiteren schlechten Erfahrungen, und man fühlt sich bestätigt in der Annahme, dass man nichts wert ist.
    Von diesen Gedanken muss man sich lösen. Und dann versuchen, seinen Selbstwert zu finden. Mir hilft allein schon der Gedanke, dass ich dankbar sein kann, überhaupt noch rumlaufen zu dürfen und das Leben leben zu können. Es gibt viel schlimmere Schicksale als zu viel Fett auf dem Körper.

    Und es gibt Männer, die einen auch damit wirklich lieben können.

    Auch dünne Frauen hadern mit sich, ihrem Leben, ihrem Aussehen, ihrem Älter werden. Das höre ich oft genug im Kollegenkreis. Aber sie haben oft genug mehr gesunden Egoismus und das Gefühl, einen Platz für sich fordern zu dürfen.

    Ich wünsche dir alles Gute un Liebe und einen neuen, guten Blick auf dich selbst.

  • #9

    Gisela Enders (Freitag, 06 Mai 2016 08:42)

    Herzlichen Dank Euch allen für diese unterstützenden Kommentare für Marion. Ich bin sicher, Sie werden ihr Mut machen, ihr Leben neu anzugehen.
    Bevor wir diesen Text online gestellt haben, hatten wir große Sorge, dass es auch negative Kommentare geben würde. Und ich bin richtig erleichtert, dass dies nicht passiert ist. Vielen Dank Euch allen!

  • #10

    Nicky (Sonntag, 19 Juni 2016 13:00)

    Liebe Marion,

    ich kann Deine Gedanken sehr gut nachvollziehen! Mir geht es auch oft so, dass ich "dieses Lebens müde bin". Ich habe auch Kleidergröße 52/54 und habe auch viel Mobbing erleben müssen. Auch ich glaube an Wiedergeburt und ein besseres Leben. Das hier ist nun mal die Gegenwart, aber jeder Weg, so schmerzhaft er auch ist, ist auch mal zu Ende. Ich habe auch mit Angst, Ausgrenzung, Alleinsein und sogar Armut zu kämpfen, da ich chronisch krank bin, mit der Wirbelsäule. Was mir viel Kraft gibt ist mein Glaube. Ich weiß zwar nicht, was für ein Stellenwert der Glaube in Deinem (jetzigen) Leben hat, Aber mir gibt der Glaube an einen liebevollen, gütigen und menschenfreundlichen Gott immer wieder neue Hoffnung und Kraft, dass es weiter geht. Ich schließe Dich ein in meinen Gebeten, dass auch Du neue Hoffnung und Kraft schöpfen kannst für Deinen weiteren Lebensweg.

    Herzliche Grüße, Deine Nicky

  • #11

    Carola (Dienstag, 28 Juni 2016 15:07)

    Hi Marion,
    das kenne ich. Auch ich war 8 Jahre arbeitslos. Wohne mit 41 immer noch bei meinen Eltern. Grund dafür: keine Kohle für eigene Wohnung und vielleicht auch Angst, ob ich es alleine überhaupt schaffe. Ich bin 175 cm groß und wiege glaub 136 kg. Meine Waage funktioniert eh nicht mehr. Wenn man zum Arzt geht sagen der immer, jaja sie wiegen zu viel bla bla, ich kann es nicht mehr hören. Bloß helfen? Nein...warum auch? Da wird nur erzählt und getextet, blöde Kommentare abgegeben. Wenn ich dann versuche auf meine Ernährung zu achten, hagelt es dämliche Kommentare von der Seite meiner Mutter, wie z.B. naaaa, spielst Du nun Kaninchen? Das kann ja gar nichts werden. Und wehedem ich gönne mir mal ein Stück Schokolade, wird gleich gelästert. Mittlerweile hab ich schon gar keine Motivation mehr irgendwas zu unternehmen denn man wird ja eh nur dumm angemacht, wenn man es versucht. Ich hatte auch so meine Phasen, in denen ich nicht mehr Leben wollte. Keine Ahnung wie ich die überstanden hab. Geholfen hat mir dabei leider niemand. Ich gehe nun einmal die Woche singen im Chor, das lenkt ab, habe einen Job gefunden und auch Hobbys. Gut das ist keine wirkliche Lösung da der Job mir nicht gefällt aber es ist besser als vor sich hin gammelnd sich in einem Zimmer zu verschließen. Was ich vorher gemacht hatte... Ist leider nur Call Center Tätigkeit. Nebenbei suche ich was anderes. Mal sehen ob es klappt. Zurzeit wollte ich versuchen einen Freundeskreis aufzubauen, mit Leuten, die genau wie ich Probleme haben abzunehmen. Zusammen könnte man Schwimmen gehen oder was anderes unternehmen. Und wenn dann mal jemand blöde kuckt oder was dummes sagt, dann ist man ja in der Gruppe unterwegs und ich glaube das könnte eine wunderbare Lösung sein. Erst mal kommt man unter die Menschheit, erlebt etwas, kann miteinander reden und sich austauschen... Es können Freundschaften entstehen. Quizfrage wie an Gruppenbildung rangehen... Mal sehn mir fällt wohl was noch ein. Komme übrigens aus Bielefeld