Die große Angst: So zu werden, wie Du

Besonders unter Frauen, beeinflusst von Medien und Modediktat, scheinen dicke Frauen große emotionale Reaktionen hervorzurufen. Nun sind nicht alle emotionalen Reaktionen sichtbar. Gedanken oder Gefühle können verborgen bleiben, manche machen sich in Blicken, Bemerkungen oder anderen Reaktionen Luft.

 

Die Gefühlslage wird bei vielen Frauen unterschiedlich sein, aber für den Umgang aus Sicht von dicken Menschen ist es sicherlich interessant, einmal zu betrachten, was im Bewussten und Unterbewussten passieren kann und welche Emotionen hervorgerufen werden können.

Angst

 

Die Gefahr, selbst dick zu werden, ist für viele Menschen latent da. Entweder, weil sie tatsächlich häufig kontrolliert essen und der Kontrollverlust zu einer Gewichtszunahme führen würde. Oder aber auch nur die Erinnerung durch den dicken Menschen, dass die vermeintlich mögliche Gewichtskontrolle ja auch bei dieser Person versagt hat und entsprechend auch bei einem selbst versagen könnte. Da dick sein mit vielen negativen Eigenschaften verbunden wird, ist die Emotion Angst eine wahrscheinliche: Angst davor, auch so zu werden.

 

Häufig wird diese Angst auch deutlich, wenn Mütter mit ihren Kindern reden oder diese in der Nahrungsaufnahme einschränken. Sie haben Angst, dass ihre eigenen Kindern zu dick werden könnten. Dicke Kinder sind dann der Auslöser für diese Ängste. Viele dicke Kinder haben durch diese Reaktionen auf sie  zu leiden und können sich so gut wie gar nicht wehren.

 

Ärger und Wut

 

Diese – oft auch mit Aggressionen einhergehende Emotion – dürften besonders die Menschen empfinden, die selbst ihr Gewicht „im Griff haben“. Die also nicht natürlich schlank sind, sondern dies durch laufende Diäten oder sehr kontrollierte Nahrungszufuhr gering halten. Dieses Opfer fordert seinen Preis, ein Verlust an Lebensfreude und Lebensqualität durch die Lust an Nahrungsaufnahme. Dicke Menschen, die also vermeintlich sich genau diese Lebensfreude gönnen, rufen entsprechend Ärger und Wut hervor, da diese sich nicht an die gesellschaftlichen Spielregeln halten und ihr eigenes Opfer bringen. Emotional mit Ärger zu reagieren, ist verständlich, direkte aggressive Reaktionen gegenüber der entsprechenden Person tragen dazu bei, das eigene Weltbild im Lot zu halten. Die andere Person wird nicht in seiner Andersartigkeit einfach so akzeptiert, sondern zurechtgewiesen. Umso gleich deutlich zu machen, dass sich der eigene Kampf um das Schönheitsideal und natürlich für die Gesundheit lohnt und richtig ist.

 

Ekel

 

Ekel ist evolutionär eine sehr gesunde Regung des Unterbewussten gegen Dinge, die uns nicht gut tun. Verdorbene Nahrung beispielsweise wird durch unseren Geruchssinn erkannt, wir empfinden Ekel. Dies schützt uns vor der entsprechend schädlichen Nahrungsaufnahme.

Ekel kann aber auch ein erlerntes Gefühl sein, welches durch gesellschaftliche Einflüsse entstanden ist. Viele Menschen ekeln sich grundsätzlich vor Fett. Fett ist als Nahrungsmittel in den letzten Jahren immer wieder in Verruf geraten, es wird beim Einkauf gemieden, bei der Nahrungszubereitung reduziert und ersetzt und auf dem Teller auf die Seite gelegt. Dicke Menschen haben an sich Fett. Es ist zwar als Fett nicht direkt sichtbar, da es durch Haut getrennt ist. Dennoch ist es erkennbar. Und kann damit Ekel erzeugen.

Vermutlich werden Menschen, die sich vor dicken Menschen ekeln, die Kontaktaufnahme eher vermeiden. Von daher ist diese Emotion selten sichtbar, möglicherweise höchstens durch kaum hörbare Bemerkungen dieser Menschen. Denn direkt mit dem dicken Menschen in Kontakt zu treten, würde ja bedeuten, sich ganz nah an das ekelhafte Objekt zu begeben. Und das ist eher unwahrscheinlich.

Weitere Emotionen wie Trauer, … werden wahrscheinlich nicht so häufig eine tragende Rolle bei der Reaktion auf dicke Menschen spielen.

 

Die eigene Emotion auf unseren Körper

 

Nicht vergessen werden soll die eigene emotionale Reaktion auf den eigenen Körper. Wie sieht es aus, wenn du dich im Spiegel anschaust? Wie sehr kannst du mit Liebe und Freude deinen Körper betrachten? Oder machen sich auch leise oder laut emotionale Qualitäten Luft, die sich eher traurig, wütend, aggressiv, ängstlich oder auch eklig anfühlen?

Diese Emotionen werden möglicherweise Einfluss darauf haben, wie du mit dir und deinem Körper umgehst. Wie du in liebst, pflegst und nährst.

 

Jenseits des eigenen Wohlbefindens kommt es hier dann auch wieder zu einer Wechselwirkung mit den Emotionen anderer Menschen, mit denen wir zu tun haben. Wenn wir uns selbst vor uns ekeln, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass dies auch andere Menschen spüren und auf diesen eigenen Ekel reagieren. Dies kann bei wenig gepflegten Menschen der Fall sein, es kann aber auch sehr viel subtiler übermittelt werden. Die Gefühlslage kommt an und es wird darauf reagiert.

 

Damit soll nicht jede emotionale Reaktion eines anderen Menschen erklärt oder entschuldigt werden und sicherlich liegt die Verantwortung nicht bei den dicken Menschen. Aber die Zuschreibung Opfer und Täter soll hier auch nicht zu einfach dargestellt werden. Wir haben an Reaktionen immer alle unseren Anteil.

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