Dein Kühlschrank – ein Hort für viele Bedürfnisse?

Es gibt viele verschiedene Gründe, warum wir die Kühlschranktür öffnen, nicht alle dienen dazu körperlichen Hunger zu befriedigen. Dabei sind auch alle anderen Gründe angemessen, es soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass die Nahrungsaufnahme aufgrund anderer Bedürfnisse nicht richtig sei. Unser Essverhalten muss sich nicht unbedingt ändern. Aber was da in unserem Unterbewussten passiert, ist spannend.  Die Aufdeckung der versteckten Bedürfnisse gibt dir die Freiheit, bewusst zu entscheiden, ob du dich beispielsweise mit einer Tafel Schokolade belohnen willst oder ob diese Belohnung auch anders aussehen könnte.

 

Die meisten Verknüpfungen zwischen unterschiedlicher Bedürfnisbefriedigung und Nahrungsmitteln wurden in unserer Kindheit in unserem Gehirn angelegt. Kleine Kinder werden mit Süßigkeiten getröstet, bei einer guten Schulnote gibt es zur Belohnung ein Eis, Schokolade gab es immer, wenn die Familie besonders nett zusammen saß oder Traubenzucker, wenn in der Schule Leistung verlangt war. Es gibt viele verschiedene Nahrungsgewohnheiten, besonders die mit Genußlebensmitteln, die ein anderes Bedürfnis befriedigen.

Vielleicht hilft es dir, ein bisschen auf Erforschungreise zu gehen, wie das früher bei euch zuhause war – oder auch wie du heute mit Kindern umgehst. Denn die meisten unbewussten Verhaltensformen dieser Art geben wir von Generation zu Generation weiter. Gibt es da eine Verknüpfung zwischen Schokolade und ??? oder Chips und ??? oder was auch immer?

 

 

Wurst wie früher beim Metzger

 

Bei einer Klientin war es beispielsweise der Drang heimlich Wurst aus dem Kühlschrank zu klauen. Diese Gewohnheit hatte sie sich als Kind angewöhnt, sie hatte es als Belohnung verbucht. Die Lust gab es aber nur, wenn die Wurst aus dem Kühlschrank „geklaut“ wurde – also heimlich gegessen wurde. Dies mutete ihr selbst etwas komisch an, denn sie wohnte alleine und hätte sich die Wurst natürlich auch einfach offen auf den Tisch stellen können. Dies war dann für sie auch eine funktionierende Lösung. Sie erlaubte sich, die Wurst auf den Tisch zu stellen – dort war es dann auch nicht mehr nötig, heimlich die Wurst ohne Brot zu essen, zumindest nicht immer oder in großen Mengen. Und sie konnte sich selbst auch eingestehen, dass diese kleine heimliche Lust an einer Scheibe Wurst aus dem Kühlschrank ein kindlich schönes Gefühl war, welches sie sich eben von Zeit zu Zeit gönnt. Mit dem Unterschied, dass dieses Gefühl nun bewusst erlebt werden konnte.

 

Wie gesagt, ich bin kein Freund von der Annahme, dass all diese Verknüpfungen unnötig seien und wir uns ausschließlich auf Nahrung zur körperlichen Ernährung reduzieren müssen. Auch wenn der Vergleich hinkt, aber wir haben ja auch nicht nur Sex mit dem Ziel der Fortpflanzung.

 

Der Klassiker Schokolade

 

Für Simone war Schokolade das Mittel erster Wahl, wenn sie sich von ihrem Freund unfair behandelt fühlte oder dieser Fußball dem Gespräch mit ihr vorzog. Auch hier entdeckten wir interessante Parallelen aus ihrer Kindheit, natürlich abgeändert, aber dennoch nachvollziehbar. Als Kind hatte sie oft Schokolade angeboten bekommen, wenn gerade keiner Zeit hatte, mit ihr zu spielen. Mit der „Entdeckung“ dieser Verknüpfung konnte Simone mehr auf ihre Bedürfnisse schauen und nach etwas mehr Arbeit die wahren Bedürfnisse ansprechen. Selbst wenn diese dann nicht erfüllt wurden, fühlt sich die bewusste Belohnung anders an: Dann ess ich jetzt eben Schokolade! Ganz anders an, als die unbewusste Handlungskette, die vorher abgespult wurde.

 

Ganz spannend wird es übrigens bei Lebensmittel, die sich nicht so klassisch zuordnen lassen oder die laufend wechseln. Hier bedarf es der liebenvollen und vielleicht auch humorvollen Beobachtung. Nicht mit dem Ziel, gleich das Ergebnis zu entdecken, aber offen für unbewusste Assoziationen, die sich oft unerwartet bemerkbar machen. Es gilt sich hier auf einen unbekannten Pfad zu machen, zurück in die Kindheit und verbunden mit vielen verschiedenen bunten und sich gut anfühlenden Nahrungsmitteln, die sich in unserer Kindheit mit anderen Emotionen verknüpft haben.

 

Wenn du sie entdeckt hast, kannst du dann entscheiden, wie du mit diesen Verknüpfungen umgehst.

Für alle, die dann doch die eine oder andere „Essensverknüpfung“ auflösen wollen: 

 

Genußlebensmittel und wingwave

 

In meiner Praxis habe ich gute Erfahrung gemacht, diese Verknüpfungen im Gehirn mit wingwave zu behandeln. Da diese Methode nur in der Arbeit mit einem ausgebildeten Coach angewendet werden kann, sei dies hier nur am Rande erwähnt. Wingwave-Coachs und –Therapeuten finden sich unter www.wingwave.com. Ich praktiziere Wingwave auch, wer dies bei mir machen will, kommt gerne zu mir nach Berlin. 

 

Welche Lebensmitteln oder Situationen sind bei Dir mit Deinem Unterbewusstsein verknüpft? Kennst du sie? ich würde mich freuen, hier in den Kommentaren viele andere Beispiele zu lesen. 

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