Der Jo-Jo-Effekt

Neben dem Mißerfolg von Diäten haben diese noch weitere ungewünschte Konse­quenzen. Der sogenannte Jo-Jo-Effekt bringt den Körper dazu, Kalorien noch wirkungsvoller zu nutzen, so daß er noch leichter zu- und noch schwieriger abnimmt. Der Jo-Jo-Effekt entsteht durch wiederholte Kreisläufe der Gewichtsabnahme und -zunahme. So können diese Kreisläufe durch einen veränderten Stoffwechsel zu einer langfristigen Zunahme an Gewicht führen.

 

Zu guter letzt: Diäthalten ist kein gesundheitsfördernder Prozeß. Die Gewichtszunahme, die unvermeidlich folgt, wird begleitet von einer Wiederkehr und sogar einer Ver­schlechterung der Faktoren von Gesundheitsrisiken, wie z.B. Bluthochdruck und erhöhte Blutwerte. Diäthalten und Gewichtsverlust können negative psychologische Auswirkungen haben, einschließlich Depressionen, Sorgen, Gereiztheit und sozialer Zurückgezogenheit. Und anfänglicher Erfolg beim Gewichtsverlust gefolgt von dem nahezu sicheren langfristigen Versagen (welches gewöhnlich fälschlicherweise auf die persönliche Schwäche geschoben wird) hat einen tiefen negativen Einfluß auf das Selbstwertgefühl. 

 

Zwischen den unterschiedlichen Diäten wird in der Werbung und in den Medien meist deutlich variiert. Der Begriff „Diät“ ist zunehmend ins Gerede gekommen, und es spricht sich herum, daß Diäten nicht funktionieren. Entsprechend gibt es jetzt neue Ernährungsprogramme oder eben auch sogenannte „vernünftige Diäten“ und unter­schiedliche Nahrungsumstellungen. Dennoch schreiben sie meist eine Menge an Nahrung vor, die weit unter der normal benötigten Nahrungsmenge liegt, die ein Mensch braucht. Der normale tägliche Kalorienbedarf eines Erwachsenen beträgt etwa 2.400 bis 3.000 Kalorien (wenn der Kalorienbedarf nicht durch Diäten ohnehin schon deutlich reduziert wurde), die meisten Diätprogramme schreiben einen Kalorienbedarf von 940 bis 1.200 Kalorien pro Tag vor. Die Weltgesundheitsorganisation definiert Hunger (den Punkt, ab welchem der Mensch verhungert), bei 900 Kalorien und weniger am Tag. Dies bedeutet, daß die meisten Diäten „Verhungerungsprogramme“ oder zumindest Hungerprogramme sind.

Über Diäten und Holzscheite

 

Den Teufelskreis von Diäten macht folgender Vergleich mit Holzscheiten noch an­schaulicher:

Einige Ärzte gehen davon aus, daß dicke Personen nur von ihrem eigenen Fett le­ben können. Ein besserer Vergleich wäre folgender:

 

Stell Dir vor, Du lebst in einem Landhaus mit einem Ofen, der Holz ver­brennt. Du hast eine Menge schöne, große Holzscheite. Nun entscheidet je­mand, daß Du kein neues Holz mehr bekommen kannst, bevor Du nicht alle diese Holz­scheite verbrannt hast. Wenn Du versuchst, die Holzscheite zu verbrennen, passiert nichts. Du hälst ein Streichholz daran, das Holz fängt kein Feuer. Du brauchst Zündmaterial und kleinere Holzscheite. Du bekommst nicht mehr Material, weil Du „eine große Menge Holz" besitzt.

 

Was machst Du also? Du benutzt Papier, Bücher, Mobiliar, die Wandverkleidung als Zündmaterial. Davon verbrennst Du mehr als von den schönen, großen Holzscheiten. Sehr bald ist Dein Landhaus nur noch eine leere Hülle, und Du hast immer noch eine Menge Holzscheite, aber wenn nichts mehr da ist, was Du als Zündmaterial verwenden kannst, wirst Du erfrieren, weil Du die Holzscheite nicht entzünden kannst. Dies passiert sogar, obwohl Du noch Holzscheite besitzt.

 

Genau so funktionieren Diäten mit sehr wenig Kalorien. Sie stellen kein „Zündmaterial" zur Verfügung, um „Holzscheite" verbrennen zu können. Das Zündmaterial ist mit dem Essen zu vergleichen, das Du jeden Tag zu Dir nimmst, und die „Holzscheite" sind logischerweise Dein Körperfett.

 

Nun, viele Ärzte verstehen diese Analogie sehr wohl und stimmen zu, daß Diäten mit sehr wenig Kalorien aus diesem Grund schlecht sind. Sie nehmen an, daß die Person, wenn sie genug Zündmaterial zur Verfügung stellt, aber keine großen Holzscheite, ihre Holzscheite verbrennen wird. Darum fahren sie fort, auf moderate Diäten zu drängen.

 

Das Problem ist, daß die Körper der meisten dicken Menschen ein Äquivalent zu einem nervösen Holzscheit-Verwalter besitzen. Jeder Mensch hat einen Holzscheit-Verwalter, dessen Aufgabe es ist, die Holzscheite in Ordnung zu halten und darauf zu achten, daß die Person immer Holzscheite besitzt. Bei vielen Dicken ist der Holzscheit-Verwalter wirklich nervös. Jeder größere Holzscheit-Verbrauch, wie ein harter Winter, könnte den Verwalter davon überzeugen, daß die Holzscheite ausgehen werden, und veranlaßt ihn dazu, mehr zu bestellen. Oder er verweigert die Herausgabe der Holzscheite, außer wenn es absolut notwendig ist. Und dadurch bringt er die Landhausbewohner dazu, ihre Bücher um der Wärme willen zu verbrennen.

 

Mit einem quälenden nervösen Holzscheit-Verwalter wie diesem, ist es manchmal nur möglich, regelmäßig Aufträge für Zündmaterial und Holzscheite entgegenzunehmen, damit der Verwalter sich ein bißchen entspannt und nicht noch mehr Holzscheite hortet als die, die er schon gehortet hat. Die Verwalter mancher Leute entspannen sich unter diesen Umständen genug, so daß sie nicht weiter darauf insistieren, daß jeder Holzscheit, der verbrannt wird, durch den nächsten Auftrag wieder ersetzt wird und vielleicht auch noch den Holzscheitstapel weiter erhöht. Dies tun aber nicht alle Verwalter. Hier liegt der Grund, keine Diät zu machen. Diät halten macht den Holzscheit-Verwalter nur nervöser und veranlaßt ihn dazu, mehr Holzscheite zu horten, wenn es auch nur irgendeine Möglichkeit gibt, dies zu tun.

 

Wenn die Bewohner des Landhauses bis jetzt noch nicht erfroren sind, wird der Holzscheit-Verwalter große Aufträge für Holzscheite und Zündmaterial herausgeben und für noch mehr Holzscheite und Zündmaterial und noch mehr Holzscheite und Zündmaterial – dringende Aufträge, die man nicht ignorieren kann. Außerdem werden die Landhausbewohner gelernt haben, Energie zu sparen, so das der Holz­scheit­vorrat sogar schneller wieder aufgebaut werden kann.

 

Die Gewichtszunahme wird sehr schnell vonstatten gehen. Und bei einer geschwächten körperlichen Konstitution und einem geschwächten Herz, die wegen des Zündmaterials „verzehrt" wurden, kann diese plötzliche Gewichtszunahme tödlich sein. Um die Analogie weiter fortzuführen: Stell Dir vor, daß die Holzscheite auf dem Dach gelagert werden. Wenn Du die Stützbalken und Querverstrebungen als Zündmaterial verwendet hast, wird eine plötzliche Vergrößerung des Holzscheitlagers, bevor Du eine entsprechende Chance hatten, das Gerüst des Landhauses zu ersetzen, dazu führen, daß das Dach in sich zusammenfällt.

 

Diäten führen zwar zur kurzfristigen Gewichtsabnahme, sie sind aber alles andere als gesundheitsfördernd. Im Gegenteil. Diäten machen krank.