Die Götter in weiß – für viele Dicke keine wirkliche Hilfe

 

In der Welt der dicken Diskriminierung spielen Ärzte eine weitere leider nicht nur heilende und helfende Rolle. Jahrelang wurde im medizinischen Studium gelehrt, daß dicke Menschen ungesund leben würden und man sie drängen solle, abzunehmen. So werden dicke Menschen, die mit einer Grippe zum Arzt kommen, häufig auf ihr Gewicht hingewiesen und zum Abnehmen aufgefordert oder, wie eine Freundin mir neulich berichtete, wird das sogenannte „Übergewicht“ als Ursache für die Grippe dargestellt: „Wenn sie nicht so dick wären, hätten sie derzeit kein Fieber“.

 

Auch wenn diese Diagnose fürchterlich absurd erscheint – alleine ständig ungefragt auf die Figur hingewiesen zu werden, führt bei vielen dicken Menschen dazu, daß sie nur sehr ungern und nur in absoluten Notfällen einen Arzt aufsuchen. Neben diesem lästigen Hinweis gibt es natürlich auch Fälle, in welchen Ärzte sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig machen, würde dies ein dicker Mensch je selbstbewußt einklagen.

Dies sind Fälle, in welchen beispielsweise Knieschmerzen gar nicht genau untersucht wurden, sondern das Gewicht als Ursache diagnostiziert wird. Während ein dünner Mensch ausführlich begutachtet wird, unterbleibt dies beim dicken Menschen häufig. Dabei können Knieschmerzen zahlreiche Gründe habe, es muß nicht unbedingt das Gewicht sein. Und selbst wenn das Gewicht die Ursache sein sollte, kann ein dicker Mensch genauso viel Fürsorge und Behandlung erwarten wie ein dünner Mensch, denn er kann an seinem Gewicht nichts verändern. Aber genau diese Vorstellung existiert in den Köpfen der meisten Ärzte - sie wird an medizinischen Hochschulen gelehrt und es gibt nur ganz ganz langsam - und nur bei einigen Ärzten - die Überlegung, dass diese Lehrmeinung vielleicht nicht ganz richtig sein könnte. 

 

Einem zwei Meter großen Mensch mit Kreislaufproblemen, wird ein Arzt auch nicht empfehlen, kleiner zu werden, um damit die Kreislaufprobleme zu beheben. Nur ganz langsam macht sich bei Ärzten die Erkenntnis breit, daß ein dicker Patient mit stabilem Gewicht vielleicht gesünder lebt, als ein Patient, der durch laufende Abnahmeversuche seinen Körper mit Gewichtsschwankungen streßt. 

 

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